Monatsarchiv für Juli 2008

Und jetzt?

Mittwoch, den 30. Juli 2008, von Judith Mertens

Endlich Sommer! Endlich Sommerpause?Auch wenn die Beratungs- und Vortragsabende erst wieder im November starten, heißt dass nicht, dass wir vom NUK-Team nichts zu tun hätten.

Als erstes haben wir im Juli Rückschau gehalten: Der Jahresbericht, der einen Überblick über den vergangenen Wettbewerb gibt, ist derzeit im Druck und wird nächste Woche an das Netzwerk versandt. Das bedeutet natürlich auch immer etwas Sentimentalität, da ein Projektleiter ausscheidet. Sebastian Schäfer hat die Leitung an Stephan Bruns übergeben und geht zurück zur Kreissparkasse. Und so spricht man noch einmal darüber, was alles passiert ist, welche Pannen unbemerkt blieben (ja, auch wir machen Fehler) und welche aufgefallen sind, was super gelaufen ist (nein, kein Eigenlob, nur Manöverkritik) und wo wir für das kommenende Jahr Optimierungsmöglichkeiten sehen.

Und natürlich ist auch bei NUK Sommerzeit Urlaubszeit. Aber das ist nicht alles, was wir zwischen Abschluss und Auftaktveranstaltung tun. Wie Jörg Püschel gerne sagt: “Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb”. Damit wir im November wieder mit vollem Elan in die neue Coaching-Phase starten können, fangen wir früh an, alles in die Wege zu leiten.

Unsere neue Kampagne wird z.B. dieses Jahr wieder von der Agentur Tomahawk GmbH entwickelt. Immer ein sehr spannendes Unterfangen, denn zum 1. Juli übernimmt der neue Projektleiter das Ruder und hat seine eigenen Vorstellungen, was und wie bei NUK kommuniziert werden soll. Bei uns im Büro hängen die Plakate aller Jahre, ein schönes Bild der Vielseitigkeit und auch der Entwicklung, die jedes Jahr stattfindet. Das Handbuch muss überarbeitet werden, die Verlagsbeilage erstellt, die Plakate an die Multiplikatoren verteilt, auf NUK aufmerksam gemacht werden.

Auch unser Herzstück, die Coaching- und Vortragsabende, wird geplant. Die Veranstaltungen terminieren, Räume reservieren, Referenten suchen, Sponsoren gewinnen – das sind nur ein paar der Aufgaben, die hier schon im Vorfeld auf uns zukommen. Besonders die Feiertage und Ferienzeiten stellen uns hinsichtlich der Zeitplanung jedes Jahr wieder vor große Herausforderungen. Zum Glück beginnen die Sommerferien nächstes Jahr wieder etwas später, so dass wir wieder eine Woche gewonnen haben. Die an die Bedürfnisse der Existenzgründer angepasste Vortragsreihe ist inzwischen so umfangreich geworden, das wir hier und da von unserer Donnerstag-Regel abweichen und auch dienstags Veranstaltungen anbieten müssen.

Und dann sind da noch viele andere Aufgaben: Veranstaltungen im Alumni-Club planen, die Homepage aktualisieren etc. p.p. – und halbwegs regelmäßig bloggen….

Mit vereinten Kräften zu besseren Marktchancen

Freitag, den 25. Juli 2008, von Dr. Ralf Franke

Patentantwalt Dr. Ralf Franke über sein ehrenamtliches Engagement als einer von weit über 200 Gutachtern und Coaches für den NUK-Businessplan-Wettbewerb

Dr. Ralf Franke

Während des Wettbewerbs haben die Existenzgründer die Möglichkeit den Beratern aller Fachrichtungen Fragen zu stellen, und das in einer unbeschwerten Atmosphäre und ohne Angst viel Geld für die Beratung zahlen zu müssen, da das Coaching bei den Meetings kostenlos ist. Aufgrund der Vielzahl der anwesenden Berater kommen in der Regel alle Existenzgründer mit ihren Fragen zum Zug und sie werden garantiert fachlich exakt und gut beraten.
Wir nehmen uns viel Zeit die Geschäftsidee, die Vermarktungsstrategie, das Finanzierungskonzept sowie alle geplanten Maßnahmen zum Markteintritt kritisch zu hinterfragen. Gemeinsam mit den Existenzgründern gehen wir dann offene Fragen in allen Unternehmensbereichen an und raten das Gründungskonzept an jenen Stellen anzupassen, die notwendigerweise modifiziert werden müssen. Der besondere Vorteil für die Gründer liegt natürlich darin, Meinungen und Anregungen vieler Coaches aus unterschiedlichen Arbeitsgebieten einzuholen, die ausnahmslos jahrelange Praxiserfahrung aufweisen und vielfältigste Projekte erfolgreich realisiert haben.
Alle Coaches begleiten im Laufe des NUK-Businessplan-Wettbewerbs die Gründer durch alle Stufen der Erstellung ihres Konzeptes. Angefangen bei Geschäftsidee und Strategie über das Marketing bis hin zur Finanzplanung. Kein Plan ist wie der andere, kein Gründerteam letztendlich vergleichbar. Es handelt sich immer um eine individuelle Idee eines individuellen Teams. Das ist es übrigens auch, was es für uns Coaches so interessant macht. Besonders die Teams, deren Ideen problembehaftet sind, sind die interessantesten: Hier können wir als Berater mit vereinten Kräften die Idee des Teams in eine Richtung bringen, die mehr Chancen ermöglicht. Mit den Gutachten erhalten die Existenzgründer ein weiteres, meist noch detaillierteres Feedback zum Stand ihres Businessplanes, denn für die Gutachten liegen uns die Businesspläne der Teams schriftlich vor und wir arbeiten jedes Kapitel detailliert durch. So können Schwachstellen im Gesamtkonzept eindeutig lokalisiert und hierauf abgestimmte Vorschläge und Maßnahmen abgeleitet werden. Unsere Gutachten fallen natürlich so unterschiedlich aus wie die vorgelegten Businesspläne. Die Bandbreite ist immer wieder erstaunlich, Umfang und Qualität variieren durchaus beträchtlich wie auch die Benotung sowie die Ratschläge oder Verbesserungsvorschläge.

Bei allem Engagement gehen wir mit einer natürlicheren Distanz an die Sache heran als es die Teams vermögen. Alle Coaches sind sehr kritisch und stellen jede Idee auf den Prüfstand. Eine Berufskrankheit! lm Gespräch ergibt es sich oft, dass wir gute Ideen erst einmal in praktikable Konzepte übersetzen und geplante Umsätze deutlich geringer auslegen. Denn der Markterfolg in der Anfangsphase wird in vielen Fällen zu optimistisch angesetzt, interne organisatorische Probleme gar nicht gesehen und die Finanzierungsphase als kritischer Zeitfaktor vernachlässigt.
Falsche Entwicklungen lassen sich so im Vorfeld erkennen, strategische Anpassungen können vorgenommen werden, bevor teuer initiierte Maßnahmen in falschen Kanälen vertrocknen. Und nicht selten sind wir auch im Teambildungsprozess gefragt. Und über unsere eigenen Erfahrungen hinaus bietet uns das NUK-Team sowie das weit gefasste Netzwerk jede Möglichkeit, immer noch eine weitere Meinung einzuholen und den Gründern alternative Wege zu öffnen.

Seit sieben Jahren bin ich nun pro bono als NUK-Coach und -Gutachter tätig. In den letzten vier Jahren ist mir aufgefallen, dass eine prozentual größere Gruppe von Existenzgründern schon vorbereitet die Arbeit am Businessplan antritt. Der Weg in die Selbstständigkeit wird geplanter und strukturierter angegangen mit Zielen, die sich an die Realität halten und keine Luftschlösser sind. Das gilt nicht nur für die Preisträger der letzten Jahre, sondern für alle Existenzgründer, die bis zum Ende der dritten Stufe durchhalten.

Auch im 12. Businessplan-Wettbewerb von Neues Unternehmertum Rheinland e.V., der im November startet, werde ich wieder einer der NUK-Wissenskapitalgeber sein. Interessierte Existenzgründer können sich übrigens schon jetzt unverbindlich hier registrieren. Ich bin schon gespannt auf Sie und Ihre Geschäftsidee!

Wichtig ist der Faktor Mensch

Donnerstag, den 10. Juli 2008, von Dr. Marion Jung

Ende Mai konnte NUK-Sponsor Earlybird seine Anteile an NUK-Alumni-Sponsor amaxa verkaufen. Als Gastbloggerin berichtet Dr. Marion Jung, Principal im Investment Team des VC-Gebers, im Folgenden von dieser Kooperation:

Dr. Marion Jung, Earlybird

Kennengelernt haben wir von Earlybird das Gründungsteam des Kölner BioTech-Unternehmens amaxa 1998 beim ersten Businessplan-Wettbewerb des NUK. Die beiden Gründer, Rainer Christine und Dr. Gregor Siebenkotten, feilten während des gesamten Wettbewerbs intensiv zusammen mit uns an ihrem Businessplan. De facto war das auch der erste Praxistest für die Gründer. In unserer damaligen internen Einschätzung zu einer möglichen Seed-Finanzierung stand: „Das Team deckt alle derzeit notwendigen funktionalen Anforderungen ab und ist bereit, auch in Zukunft Geschäftsanteile an neues Management und neue Finanzierungspartner abzugeben“.

Die Erfolgsgeschichte von amaxa ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig der Faktor Mensch für die Umsetzung einer technologischen Innovation ist. Rainer Christine und Gregor Siebenkotten haben mit Fingerspitzengefühl ein hoch motiviertes Team um sich herum aufgebaut und so eine bis heute einzigartige Technologie zum Einbringen von Genen in Zellen, die so genannte Nucleofector-Technologie, in den Weltmarkt eingeführt. Für uns als Kapitalgeber waren die handelnden Menschen abgesehen von den zugrunde liegenden Produktideen und einem schnell wachsenden Markt der ausschlaggebende Grund für unsere Beteiligung.

Wir waren uns damals schon sicher, dass das Gründungsteam die Fähigkeiten hat, anstehende Unwägbarkeiten nach Kräften zu handhaben und mit seinen Gesellschaftern richtungweisende Entscheidungen zu treffen. Nach dem ersten Jahr der Produktentwicklung stand dann die erste Bewährungsprobe an. amaxa konnte einen wesentlichen technologischen Meilenstein nicht wie zunächst geplant erfüllen. Damit stand die ganze nächste Tranche der Finanzierungsrunde in Frage. Die anstehende Besprechung von amaxa und Earlybird startete unter schwierigen Vorzeichen und wird wohl allen Beteiligten noch gut im Gedächtnis sein.

Tatsächlich könnte man dieses Treffen auch als Geburtsstunde der heute so erfolgreichen Nucleofector-Technologie bezeichnen. Anstelle der eigentlich geplanten Produktidee präsentierten uns die Gründer ihre Überlegungen und Experimente zur Nucleofection. Gemeinsam schafften wir es in dieser Sitzung, die vorgesehenen Tranchen Eigenkapital in Chancenkapital für dieses zunächst nicht geplante Produkt umzuwandeln. Damit bekam amaxa das notwendige Risikokapital für andere Produkte, die zwar nicht so aussahen wie die ursprünglich Geplanten, aber ebenso erfolgreich sein könnten.

Die Professionalität des Vorgehens der Gründer und die Kreativität, technologische Barrieren zu überlisten, gaben uns das notwendige Vertrauen, dass das Team die nächsten Hürden ebenfalls nehmen würde. Zwei Jahre später war die erste Produktgeneration, das Nucleofector Device, zusammen mit Zelltyp-spezifischen Verbrauchreagenzien, marktreif.

Nun stand amaxa vor neuen Herausforderungen – wer vertreibt diese Produkte, in welchen Ländern und mit welchen Finanzmitteln? Man könnte an Größenwahn denken, dass ein kleines Unternehmen aus Deutschland mit damals wenigen Mitarbeitern vorschlägt, den Vertrieb in die eigenen Hände zu nehmen und keine Vertriebspartnerschaften mit etablierten Spielern einzugehen. Die Argumente für dieses Vorgehen waren aus Sicht des Gründers Rainer Christine offensichtlich. Er sagte damals: „Unsere Produkte sind extrem erklärungsbedürftig. Das möchte ich niemandem überlassen, der ein einfacheres Produkt aus seinem Katalog ebenso gerne verkauft wie unseres. Wir wollen unsere Kunden kennen, möchten wissen was sie mit unseren Produkten machen und wo ihre Bedürfnisse liegen. Schließlich möchte amaxa noch weitere und noch bessere Produkte entwickeln“.

Die gewissenhafte Auseinandersetzung mit den Risiken und die sorgfältige Planung der anstehenden Maßnahmen fielen bei uns auf fruchtbaren Boden. Mit einem Markteinführungs- und Wachstumskonzept wurde eine neue Finanzierungsrunde von 13 Millionen Euro unter Beteiligung der weiteren Investoren 3i und TMK abgeschlossen. amaxa erweiterte das Management-Team und die Ressorts Marketing und Vertrieb bekamen einen festen Platz im Budget.

Teil des Konzeptes nach der neuen Finanzierungsrunde war ein sofortiger Sprung mit einem eigenen Vertriebsteam in die USA. Nun ist es schon schwierig genug, schnelles Personalwachstum im Heimatmarkt zu bewältigen, aber ein erstklassiges Team für den Vertrieb in den USA aufzubauen, ist ein Meisterstück. Natürlich hatte diese Phase der Unternehmensentwicklung ihre Schwierigkeiten und so war manche Erfahrung teuer oder enttäuschend. Ausschlaggebend für den letztendlichen Erfolg waren die Chancen der Nucleofector-Technologie. Einen Top-Vertriebsmann aus den USA zu überzeugen, Angestellter eines noch kleinen deutschen Unternehmens zu werden, war nicht einfach. Aber die Potentiale der Technologie haben hochkarätige Leute überzeugt, zu amaxa zu kommen.

Nach dem Aufbau des Vertriebsteams in den USA hieß es ab dem Jahr 2002 für amaxa, das Umsatzwachstum voranzutreiben und trotzdem möglichst zügig profitabel zu werden. Nur so konnte das junge Unternehmen unabhängig vom Venture-Capital-Markt werden, der damals viele Schwierigkeiten hatte. Als junges, wachsendes Unternehmen profitabel zu werden, das ist wie Vollgas geben mit angezogener Handbremse und war bestimmt nicht einfach zu managen. Aber der Zwang zur Fokussierung half auch dabei, die wirklichen Wachstumstreiber zu identifizieren. Das erste Jahr mit schwarzen Zahlen war 2004. Seitdem schaffte amaxa mit seinen Produkten im Markt ein kontinuierliches, überdurchschnittliches Wachstum, das auch international wahrgenommen wurde und schließlich in der Akquisition durch Lonza mündete.

Ein ganz wesentlicher Faktor für diesen erfolgreichen Unternehmensaufbau war aus unserer Sicht die hervorragende menschliche Zusammenarbeit der beiden Teams bei amaxa und bei Earlybird. Wir freuen uns, dass wir als Sparringspartner das Managementteam unterstützen konnten. Wir wünschen Rainer Christine und Gregor Siebenkotten sowie dem restlichen amaxa-Team viel Erfolg und eine ebenso gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den neuen Eltern.

Earlybird wird dem NUK-Wettbewerb in Person von Rolf Mathies und mir als Sponsor treu bleiben. Neben unserem Investment bei der Hemoteq, die wir ebenfalls über den NUK kennengelernt haben, werden wir sicher auch im anstehenden Wettbewerbsjahr wieder die Augen offen halten nach den besten Ideen und uns auch wieder die dahinterstehenden Gründer genau anschauen.

Denn die Menschen und ihre persönlichen Fähigkeiten – wie sie Ideen umsetzen, mit anderen zusammenarbeiten oder auch wie bei amaxa in einer vermeintlichen Sackgasse einen anderen, erfolgreichen Weg entwickeln können – sind die Grundlage für den erfolgreichen Aufbau eines Unternehmens.

Im Rampenlicht

Dienstag, den 8. Juli 2008, von Sandra Mennig

Bereit für die Großaufnahme: Heute ist unser bescheidenes Verbandstagebuch unser Szene-Geheimtipp der Star in der Newcomer Business Blog-Serie des best practice business Blogs. Burkhard Schneider richtet in dieser Reihe seit März 2007 den Scheinwerfer auf ausgewählte Nachwuchsblogger: “Ziel der Aktion ist es, noch unbekannte Business Blogs für einen Tag ins Rampenlicht zu stellen und meiner breiten Leserschaft vorzustellen. Mit dieser Aktion will ich mich dafür bedanken, dass ich zu Beginn von Top-Bloggern wie Robert Basic so stark unterstützt wurde.”

Wir danken auch, Herr Schneider! Schnell nochmal die Nase pudern…