Monatsarchiv für August 2009

1.500 Beratungsgespräche + 700 Gutachten = 50 Kilo Schokolade

Freitag, den 21. August 2009, von Sandra Mennig

Auf diese einfache Formel lässt sich die Bilanz von NUK Neues Unternehmertum Rheinland e.V. für den 12. NUK-Businessplan-Wettbewerb bringen, der im Juni zu Ende ging. Das NUK-Team steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für den 13. Wettbewerb, der im November startet.

Was es mit dem süssen Gruß auf dem Foto auf sich hat? Nun, gerade wird der NUK-Jahresbericht 2009 in Versandposition gebracht – das bedeutet zu dritt etwa fünf Stunden lang Eintüten im Akkord -, ab Mittwoch lohnt sich der Blick in den Briefkasten. Als Download ist unsere Rückschau bereits jetzt hier auf neuesunternehmertum.de abrufbar.

Das kalorienlastige Extra bekommen aber nur die ehrenamtlichen Coaches und Gutachter, die NUK-Wissenskapitalgeber. Wofür? Genau: für 1.500 kostenlose Beratungsgespräche im Rahmen der NUK-Coachingabende und 700 schriftliche Feedbacks zu den im letzten Wettbewerb eingereichten Businessplänen.

Herzlichen Dank!!!

Aus vielen Perspektiven beleuchtet

Mittwoch, den 12. August 2009, von Sandra Mennig

Rückblick NUK-Businessplan-Wettbewerb 2009, Teil 2: Interview mit Teilnehmerin Prof. Susanne Bickel von edYOU-apps

Wie beurteilen Sie den Nutzen der Teilnahme an den regelmäßigen NUK-Coachingabenden?

Prof. Susanne Bickel: Ich war überrascht über die große Anzahl an Experten und die gut überlegte Methode, die zahlreichen Teilnehmer im Verlauf des Abends an ihren jeweiligen Experten gelangen zu lassen. Gleich beim allerersten Versuch, mich coachen zu lassen, erfuhr ich einen Anschub in meinem Vorsatz, die Idee zu meinen Handy-Applikationen zu Papier zu bringen: Der Unternehmensberater, ein dynamischer junger Mann, zog sein Handy aus der Tasche und sagte mit leiser Begeisterung in der Stimme: “Schauen Sie mal, ich hab’ mir da auch schon so ein Programm heruntergeladen…”

Was haben Ihnen die sonstigen NUK-Veranstaltungen (Workshops, Vorträge, Seminare) gebracht?


Prof. Susanne Bickel
: Entgegen meiner ursprünglichen Annahme wurden sehr gute Vorträge gehalten; ich musste mein universitäres Vorurteil revidieren! Es handelte sich durchweg um interessante Themen, die mir als Gründerin sehr viel Expertenwissen vermittelten. Naturwissenschaftler lernen an der Universität in erster Linie Inhalte zu kreieren, weniger sie zu verkaufen. Die lockere, freundliche Atmosphäre machte manche Abende zu einem angenehmen Erlebnis, auch wenn ihnen ein anstrengender Arbeitstag vorausging.

Inwiefern haben Sie von den kostenlosen Experten-Gutachten profitiert, die Sie am Ende jeder Wettbewerbsstufe für Ihre Einreichung bekommen haben?

Prof. Susanne Bickel: Nun ja, wie das so ist mit Expertengutachten: Was der eine ausgezeichnet findet, genügt dem anderen noch lange nicht. Bei der unterschiedlichen Profession der Experten ist das zu erwarten. Meine ursprüngliche Idee wurde aus vielen Perspektiven kritisch beleuchtet und durch zahlreiche Vorschläge ergänzt. Ich habe jedenfalls, angeregt durch die zahlreichen positiven und negativen Kritiken der Gutachter, ein 36 Seiten starkes, reich bebildertes und mit Tabellen versehenes Konzept entwickelt, das man sicher in jeder Bank vorlegen kann.

Wie lautet Ihr Fazit zum NUK-Businessplan-Wettbewerb 2009?

Prof. Susanne Bickel: NUK ist eine sehr gute Einrichtung mit ausgezeichneter Betreuung und einer weiten Palette an Hilfestellungen für Gründer und solche, die es werden wollen. Schade, dass nur wenig Frauen aktiv teilnahmen. Auch bei den Gutachterinnen und Gutachtern sind Frauen offensichtlich unterrepräsentiert. Hier zeigt sich, dass das Unternehmertum in Deutschland doch immer noch eine Männerdomäne ist. Frauen werden als spezielle Zielgruppe im Gründungs- und Wirtschaftsgeschehen zu wenig wahrgenommen, außerdem gründen sie im Durchschnitt anders als Männer. Mein Tipp also: Frauen etwas mehr in den Fokus rücken!

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

“Mir imponieren der Optimismus und der Mut der Gründer!”

Mittwoch, den 12. August 2009, von Sandra Mennig

Rückblick NUK-Businessplan-Wettbewerb 2009, Teil 1: Interview mit NUK-Beraterin Bianca Seidel

Frau Seidel, beschreiben Sie bitte Ihr Engagement für NUK!

Bianca Seidel: Bei den NUK-Coachingabenden können die teilnehmenden Gründer meine Kollegen und mich in lockerer Atmosphäre ausgiebig zu ihren Geschäftsplänen befragen. Das ist eine Riesenchance für die Gründer, denn sie müssen nicht befürchten, dafür eine Rechnung zu bekommen. Vielmehr erhalten sie eine fachlich fundierte Beratung, in der wir uns viel Zeit nehmen, nicht nur die formalen Aspekte einer Gründung, sondern auch die individuellen Facetten des Gründers und seiner Geschäftsidee mit einzubeziehen. Besonderes Augenmerk gilt hierbei der realistischen Einschätzung aller geplanten Maßnahmen zum Markteintritt – insbesondere der Vermarktungsstrategie und dem Finanzierungskonzept. Dabei werden mögliche Schwachpunkte bereits im Vorfeld erkannt und gemeinsam mit dem Gründer Lösungen diskutiert, die dann später in den Businessplan einfließen.

Durch die Möglichkeit sich innerhalb kürzester Zeit viele fachkundige Meinungen von erfahrenen Beratern einzuholen, entsteht ein immer besseres Konzept und ein individuelleres und geschärfteres Unternehmensprofil. Dieses ist umso wichtiger, da die Gründer nicht wie früher in einem kleinen überschaubaren Markt agieren, sondern sich heute auch als relativ kleines Unternehmen im globalen Wettbewerb behaupten müssen. Hier können wir Berater mit unseren unterschiedlichen Backgrounds den Gründern wirklich wertvolle Tipps und Ratschläge geben. Mehr noch: Wir begleiten mit unserem geballten Know-how den Gründer innerhalb der einzelnen Stufen des NUK-Businessplan-Wettbewerbs auf seinem Weg zum Unternehmer. Das ist zum Teil spannend, weil die Geschäftsideen manchmal so bestechend sind. Es ist aber auch aufregend und bisweilen aufreibend, wenn es darum geht im Team Schwachstellen zu entdecken und auszumerzen. Und es ist manchmal auch traurig, weil man hin und wieder auch jemandem abraten muss, sich selbstständig zu machen. Mir imponieren der Optimismus und ganz besonders auch der Mut, mit denen Menschen in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihren Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Ich möchte mit meinem Engagement dazu beitragen, dass die Basis stimmt. Damit aus Träumen keine Albträume werden, sondern im positiven Sinne nachhaltig von Bestand sind.

Was ist der Hauptvorteil der umfangreichen Betreuung bei NUK?

Bianca Seidel: Eine Existenzgründung ist eine hochkomplexe Angelegenheit. Die Gründer müssen an tausend Dinge gleichzeitig denken. Erschwerend kommt noch hinzu, dass es in der Regel ein Sprung ins kalte Wasser ist. Da der Gründer meist auf keine Unternehmererfahrungen zurückgreifen kann, verzettelt er sich allzu leicht: Reihenfolgen werden nicht eingehalten, Prioritäten falsch gesetzt und der Kapitalbedarf meist unterschätzt. Die NUK-Berater sind die Lotsen, die die Gründer auch bei unruhiger See mit viel Erfahrung auf ihrem Kurs halten können. Sie leiten die Teilnehmer durch die Prozesse einer Gründung, vermeiden Reibungsverluste, indem sie frühzeitig die richtigen Fragen stellen, auf die Antworten gefunden werden müssen, und schlagen Alarm, wenn Gefahren drohen bzw. falsch eingeschätzt wurden.
Die Einschätzungen der Berater erhalten die Teilnehmer sowohl mündlich bei den Coachingabenden als auch in schriftlicher Form über Gutachten, die von den Beratern verfasst werden.

Ist Ihnen an den NUK-Gründern des vergangenen zwölften Jahrgangs etwas besonders aufgefallen?

Bianca Seidel: Ich habe das Gefühl, dass die Gründer sich wesentlich stärker mit der Erstellung eines Businessplans auseinandersetzen. Das beobachte ich als Coach innerhalb des NUK-Netzwerks ebenso wie bei meiner Arbeit als Unternehmer-Beraterin. Die Gründe hierfür liegen für mich eindeutig in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation. Das Motto vieler früheren Gründungen „No risk, no fun“ ist passé, heute ist Risikominimierung angesagt. Und das ist auch gut so. Mir fällt außerdem auf, dass Gründer aus der Designbranche zunehmend die Möglichkeiten von Beratungen in Anspruch nehmen. Das zeigt sich auch beim NUK-Businessplan-Wettbewerb.
Es freut mich, dass ein Businessplan nicht mehr als kreativitätshemmend und somit als überflüssig erachtet wird. Vielmehr beobachte ich vermehrt einen „neuen“ Enthusiasmus, wenn es um die Erstellung fundierter Businesspläne vor Gründung eines Unternehmens geht.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Inhaberin von Bianca Seidel Consulting coacht als Unternehmer-Beraterin zum einen Existenzgründer beim Start in die Selbstständigkeit und zum anderen berät sie aber auch gestandene Unternehmer bei der Existenzsicherung. Ihr Schwerpunkt: die Designbranche. Ihr Fokus: ganzheitliche Beratung. Ihr Credo: “Das Unternehmen muss sich an den Unternehmer anpassen – und nicht umgekehrt.”
Darüber hinaus bietet Bianca Seidel mit business-workshop.de Vorträge und Seminare für Existenzgründer und ist Initiatorin des designertreff düsseldorf.
Für NUK Neues Unternehmertum Rheinland e.V. ist Bianca Seidel seit zwei Jahren als Coach und Gutachterin tätig.