Archiv der Kategorie ‘Gastbeiträge‘

Von der Kunst der Kommunikation

Dienstag, den 20. Oktober 2009, von Sandra Mennig

Am vergangenen Montag fand mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Düsseldorf das NUK-Presseseminar statt, das NUK Neues Unternehmertum Rheinland e.V. jeden Herbst ausgewählten Alumni des NUK-Businessplan-Wettbewerbs anbietet. Wie immer leitete Tom Buschardt von NUK-Alumni-Sponsor die-journalisten.de GmbH die eintägige Weiterbildungsmaßnahme. Im Folgenden schildert Teilnehmer Jan-Martin Lichte von biz.agent, Nominee in Stufe 1 und 2 des NUK-Businessplan-Wettbewerbs 2009, seine Eindrücke.

Mit krassen Beispielen wie „Schlafmanagement“ (= Folter durch Schlafentzug) und „Wirkungstrinker“ (= Alkoholiker) brachte es Tom Buschardt auf den Punkt: Unsere Sprache ist dehnbarer, als wir gemeinhin annehmen – es kommt immer darauf an, wie man etwas kommuniziert!

Aber was hat das mit uns als Gründern zu tun? Wer gibt schon so viele Interviews, dass er wissen muss, wie man auf unliebsame Fragen eben nicht antwortet? Habe ich beispielsweise das Recht, den Text meines Interviews zu kontrollieren und freizugeben, bevor er gedruckt wird? Habe ich nicht, es sei denn, ich habe es VORHER ausgehandelt. Dürfen Videoaufnahmen gesendet werden, die bei einem unangekündigten Besuch mit laufender Kamera in meinem Unternehmen entstanden sind? Ja, und zwar so lange, bis jemand widersprochen hat.

Ganz konkret anwendbar für uns Gründer: ein Beispiel zum Thema Krisenmanagement, durchgespielt mit der ebenfalls anwesenden erfolgreichen NUK-Gründerin des Bio-Schnellrestaurants „Pick-A-Pea“: Angenommen, ein Fußballstar isst bei ihr zu Mittag und kann anschließend wegen einer Magenverstimmung nicht mehr spielen. Das Spiel gegen Bayern München geht verloren! Am nächsten Tag titelt BILD: Kölner Currywurst lässt Bayern siegen!

Was tun? Eine Gegendarstellung erzwingen? Sich in beleidigtes Schweigen hüllen? Nach Mexiko auswandern? Oder lieber einen Deal suchen mit den Redakteuren der Medien, die sich mit Vorliebe auf „Skandalthemen“ stürzen? Eins wurde klar angesichts der „Fieberkurve“ eines Skandals: Nach Gerüchte-Phase, Enthüllungs-Phase, Sachlicher Phase und Bilanzierungs-Phase bleibt auch Jahrzehnte später noch immer eine Wirkung nach, wie z.B. das berühmte Beispiel von McDonalds im McLibel Case zeigt.

Neben diesen aufsehenerregenden Themen wurde im NUK-Presseseminar auch fürs Tagesgeschäft einiges geboten. Sarah Stoimenoff von agentur05 schilderte eindrücklich wie PR-Arbeit funktioniert, am Beispiel eines „Pressegesprächs“ für die RWE-Elektroauto-Sparte. Aber wie weit ist dieses Beispiel auf unsere konkrete Situation als Gründer übertragbar? Vieles bleibt den großen etablierten Unternehmen vorbehalten: aufwändige Werbegeschenke, selbstorganisierte Veranstaltungen mit großer Teilnehmerzahl, oder großflächige Messeauftritte mit Prominentenbesuchen. Was bleibt, ist das Handwerkszeug , mit dem es auch kleinen Unternehmen gelingen kann, mit Fleiß und Methodik eine solide und erfolgreiche Pressearbeit durchzuführen: Presseverteiler, Adress-Datenbanken für Medienkontakte, Presseportale und auch die ganz praktische Veranstaltungsorganisation wurden mit vielen Praxistipps ausführlich besprochen.

Wer dem eingangs von Tom Buschardt geschilderten Arbeitsalltag eines Redakteurs gefolgt war, konnte nachvollziehen, warum umständliche Schilderungen des eigenen Werdegangs zum Gründer bei Anruf in einer Redaktion tödlich sind. Vierzig Sekunden maximal wird sich der Redakteur gönnen, um zu entscheiden, ob ihn der Anruf interessiert. In dieser Zeit muss die Botschaft rüberkommen, also bitte keine ausführlichen Anekdoten aus der Studentenzeit, sondern gleich zur Sache kommen.

Als Gründer frage ich mich natürlich, ob ich mein knappes Budget nicht lieber in Veranstaltungen direkt für Kunden investieren sollte. Die Beglückung von Journalisten mit Sekt, Häppchen und Werbe-USB-Sticks kann doch nur eine Zwischenetappe sein auf dem Weg zum Kunden, zu Aufträgen und zu Umsatz.

Mein Fazit nach dieser Veranstaltung ist, dass ich die PR auch für kleine Unternehmen als einen zunächst noch kleinen, aber wichtiger Baustein verstehen muss, der nicht vernachlässigt werden darf.

Ganz am Schluss kam noch ein heikles Thema auf: Produkt-Placement und Medienkooperation sind die Fachbegriffe für das, was man in meiner Jugend noch „Schleichwerbung“ nannte: In der Autozeitschrift tauchen Teambetreuer mit den Jacken einer Zigarettenmarke auf, oder im Szenemagazin haben die Aschenbecher und Einkaufstaschen die Farbe und das Logo einer anderen Marke. Vom Werbekunden bezahlte Artikel werden im Nachrichtenstil formuliert und sind von redaktionellen Texten kaum noch zu unterscheiden. Der unbedarfte Leser nimmt die Werbung nicht mehr als Werbung wahr und wird somit manipulierbar.

Ist das ethisch noch vertretbar, war meine kritische Frage. Tom Buschardt hatte uns im ersten Teil der Veranstaltung seinen persönlichen Berufsweg vom harten aber fairen Journalisten zum Leiter einer PR-Agentur geschildert – was war da mit ihm geschehen? Wie weit hatte er seine früheren Überzeugungen bewahren können, angesichts der Gepflogenheiten im PR-Markt? Auf einmal sah ich die ökonomischen Zwänge, denen auch ein so sachkundiger Mitmensch wie Tom Buschardt ausgesetzt ist. Ich wünsche mir und allen anderen Gründern, dass wir ökonomisch erfolgreich sein und trotzdem unseren Überzeugungen treu bleiben können.

Insgesamt ein äußerst gelungener und erkenntnisreicher Termin, auch wenn ich persönlich wohl noch einige Jahre brauchen werde, um dieses Wissen geschäftlich anwenden zu können. Wenn ich dann irgendwann einmal berühmt bin und von Journalistenhorden verfolgt werde, buche ich auf jeden Fall das Seminar „Wie sage ich nicht, was ich nicht sagen will“ bei Tom Buschardt, das habe ich mir schon fest vorgenommen!

Meinen Dank an NUK und die Wirtschaftsförderung Düsseldorf, die uns Alumni dieses Seminar ermöglichten!

biz.agent ist mehr als eine einfache E-Mail Software, da die eingebaute Intelligenz dem Benutzer das Sortieren und Strukturieren der Informationen abnimmt. biz.agent wird derzeit realisiert und voraussichtlich im Frühjahr 2010 als SaaS-Angebot verfügbar sein.

Wachstumsschub und Wegbegleiter – mit NUK besser zum Unternehmensstart

Dienstag, den 29. September 2009, von Sandra Mennig

Erfahrungsbericht von Allin Gasparian und Peter Diessenbacher, WeGrow GmbH (i.Gr.)
Teilnehmer NUK-Businessplan-Wettbewerb 2009, Top 11 Stufe 3

Alles begann mit einem Züchtungserfolg, den wir – Allin Gasparian und Peter Diessenbacher, die beiden Gründer von WeGrow – im Rahmen mehrjähriger Selektions- und Forschungsarbeit erzielt hatten. Damit war die Vorbedingung für die erfolgreiche Umsetzung der WeGrow-Idee geschaffen. Nun hieß es einen Businessplan zu erstellen und durchzustarten. Aber wie erstellt man einen Businessplan?
„Kennt Ihr NUK?“, fragte uns der Gründerberater von der Universität Bonn. Wir schüttelten verlegen die Köpfe. „Dann schaut doch einfach mal auf die Homepage“. Das taten wir auch. Ein Businessplan-Wettbewerb, der genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort startet! Rein in den ungewohnten Businesslook und auf zu der Auftaktveranstaltung in Bonn. In den ersten Minuten war es bereits entschieden: „Nächstes Jahr stehen wir beide da vorne, klar?!“ Diese Prophezeiung sollte sich erfüllen.

Dies war also tatsächlich möglich: Man konnte aus einer Idee ein Unternehmen aufbauen. Es war keine Spinnerei, es gab viele andere, die auch für etwas Eigenes brannten. Es gab Fachleute, erfolgreiche Unternehmer, die sich die anfänglich schwammigen Ausführungen anhörten und nicht lachten oder einschliefen. Es gab also tatsächlich das Neue Unternehmertum, ein Rahmen, in dem man wachsen konnte, in dem man unter Gleichgesinnten war, in dem der frische Wind der Jungunternehmer wehte, die ein Ziel vor sich hatten. Hier waren wir richtig. Das WeGrow-Team reichte den ersten „Businessplan“ ein. Im Nachhinein müssen wir diese Bezeichnung in Anführungsstriche setzen, denn nun ja… Das war eben erst der Anfang. Die ersten Gutachten waren nämlich ernüchternd: gute Idee, der Rest ließ viele Fragen offen. Auf in den Kampf, die räumen wir doch locker aus! So locker ging es dann doch nicht.

Das NUK-Konzept, der Aufbau des Wettbewerbs, die intensive und professionelle Begleitung, all das bewirkt vor allem eines: ins Detail zu gehen, sich intensiver auseinanderzusetzen, ehrlich zu sich selbst zu sein. Erschreckend, wie viele Baustellen sich in der Tiefe verstecken!
Wir absolvierten zahlreiche Coachings und führten viele Gespräche mit hochkarätigen Vertretern aus den Berufsfeldern Unternehmensberatung, Recht, Marketing, Vertrieb sowie mit erfahrenen Unternehmern. Aus der Idee wurde immer mehr ein umsetzbares Konzept, aus den ersten Gesprächen konkrete Partnerschaften. Von Stufe zu Stufe vervollständigte sich auch der Businessplan und aus uns, den beiden Gründern, wurden junge Unternehmer.

Bis zur dritten und letzten Wettbewerbsstufe durchlief unser Geschäftskonzept zahlreiche professionelle und kritische Begutachtungen und wir präsentierten auf der Abschlussveranstaltung als eines der elf nominierten Teams – immerhin von über 240 eingereichten Geschäftsmodellen – unser Konzept vor über 200 Gästen aus Wirtschaft, Presse und Forschung. Daraus ergaben sich neue Gespräche und wertvolle Kontakte.

Heute sind fast zehn Monate vergangen, in denen wir intensiv und leidenschaftlich an unserem WeGrow-Geschäftskonzept gearbeitet haben. Nicht nur die Idee hat sich entwickelt, die ersten Demonstrationsflächen wurden angelegt, die ersten Presseartikel sind erschienen und auch wir sind gereift. Die Vorarbeiten sind abgeschlossen, das Geschäftskonzept kann schnell und einfach umgesetzt werden. Ob es auch ohne NUK gegangen wäre? Sagen wir, mit NUK ging es besser!

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei dem großartigen NUK- Netzwerk bedanken: Mögen die Coaches niemals müde werden, sich in ihrer kostbaren Freizeit für die Gründer einzusetzen. Mögen sie nicht die Geduld verlieren und vor allem niemals aufhören, ehrlich zu sein.
Jedem, der das Brennen in sich spürt, andere Wege gehen zu wollen, sollte es tun. NUK begleitet eine entscheidende Strecke mit und trägt auch manchmal den Rucksack, aber den festen Willen ans Ziel zu kommen, den muss man schon selbst mitbringen.

Weitere Informationen unter www.we-grow.de und in diesem Artikel im Bonner General-Anzeiger.

WeGrow GmbH (i.Gr.) – Wir lassen für Sie Bäume wachsen
Gründer: Allin Gasparian, Peter Diessenbacher; Bonn
Geschäftsidee:
Die Gründer ermöglichen die Investition in ökologisch nachhaltig bewirtschaftete Edelholzplantagen in Europa. WeGrow übernimmt im Dienstleistungsauftrag für die Kunden die Pflanzung des extrem schnellwüchsigen Kiribaumes, die Pflege und Ernte der Plantagen – durch einen Züchtungserfolg bereits nach zehn Jahren – sowie den Verkauf des Edelholzes. Diese neuartige Grüne Geldanlage bietet neben sicheren und attraktiven Renditen auch ein gutes Gefühl.


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1 Mann - 5 Projekte: das Konzept von 1stMOVER

Dienstag, den 23. Juni 2009, von Sandra Mennig

Heute endet der der 12. NUK-Businessplan-Wettbewerb (mit einem beachtlichen Einreichungsrekord übrigens), lassen wir doch mal die interessantesten Gründerteams Revue passieren - und siehe da, es gibt da einen Herrn, der gleich mit zwei unterschiedlichen Teams in diesem Jahr bei NUK zu den Preisträgern gehörte: Dr. Klemens Gaida schaffte es mit IdeenPartner unter die Förderpreisträger der Stufe 1, und mit Help4Fun unter die Nominees der Stufe 2. Wie geht denn das? Nun, wir haben es hier mit einem “Inkubator für Innovation in der Net Economy” zu tun, wie uns Dr. Gaida freundlicherweise im Folgenden schildert:

Zweimal Klemens Gaida: links als "Ideenpartner" und rechts als Teammitglied von "Help4Fun"

Zweimal Dr. Klemens Gaida im NUK-Businessplan-Wettbewerb 2009: links als "IdeenPartner", rechts als Teammitglied von Help4Fun

Die Idee zum Aufbau des Unternehmens 1stMOVER für Start-up-Gründungen in der Net Economy entstand bei der parallelen Bearbeitung mehrerer Geschäftsideen mit unterschiedlichen Kooperationspartnern, bei der vielfache Gemeinsamkeiten und Synergieeffekte zwischen den Projekten deutlich wurden.
Dies betrifft

  • die geschäftliche Ausrichtung (Webplattformen für Produktion und/ oder Verkauf von Produkten & Dienstleistungen – „Net Economy“),
  • die Finanzierung (Investitionen von Arbeitsleistung und von Seed Fundings, jeweils mit Erhalt von Unternehmensanteilen) und
  • die Arbeitsmethodik & Mittel der Projekte (Machbarkeitsstudien, Prototypentwicklungen, Software Frameworks, Markttests und Markteinführungen).

Die Geschäftsidee: Statt der bisher isolierten Durchführung einzelner Innovationsprojekte werden diese unter dem Dach von 1stMOVER gebündelt und von dort aus realisiert und (teil-) finanziert. 1stMOVER stellt sich damit als Inkubator auf und steuert auf der Basis von (Teil-) Finanzierungen & operativem Einsatz ein Portfolio eigener Start-ups.

Der Kundennutzen: Kooperationspartner, mit denen ein gemeinsames Start-up aufgebaut wird, profitieren von der Spezialisierung und Projektbündelung von 1stMOVER: Professionelle Konzeptarbeit & Umsetzung sowie Entwicklungs- & Vermarktungssynergien zwischen Projekten und damit erheblich verbesserte Erfolgsaussichten für die einzelnen Innovationsprojekte sind das Resultat. Darüber hinaus bieten sich Business Angels, Venture Capitalists (VCs) oder Corporate Investors neue Investitionsmöglichkeiten entweder in einzelne Start-ups von 1stMOVER oder in 1stMOVER selbst.

Der Markt: Der Markt des Frühphasen-Innovationsmanagements in der Net Economy ist heute gekennzeichnet von einer großen Anzahl isolierter Einzelprojekte sehr unterschiedlicher Qualität bei der Komposition & Umsetzung von Geschäftsideen. Die Marktbereinigung erfolgt durch das „Trial & Error“ der einzelnen Jungunternehmer selbst und nicht frühzeitig durch die systematische Bewertung & Auswahl von Ideen aus einem dafür betriebenen Ideenpool.

Das Unternehmenskonzept: 1stMOVER startet mit einem Netzwerk freier Mitarbeiter und wird dann im Laufe von fünf Jahren als GmbH mit elf Festangestellten inklusive Geschäftsführung ein Projektportfolio mit 350
geprüften Geschäftsideen, 70 realisierten Ideenprojekten und 18 gegründeten Start-ups aufbauen, die fallspezifisch Anteilsdividenden oder Beratungshonorare erlösen. Die ersten fünf Ideenprojekte wurden bereits initiiert:

  • Help4Fun” - Webportal & Börse für lokale Hilfsprojekte mit Event- & Mitmachcharakter
  • LIKETV” - Webvideo-Produktion für Mittelstandskunden & Agenturen
  • “IdeenPartner” - Webvermittlungsplattform für Ideengeber, Experten, Macher und Kleininvestoren
  • “Auchhaben.de” - Webshop mit Product Placements im öffentlichen Raum
  • “UnserGeschenkbuch” - Gemeinschaftliche Erstellung von Digitaldruckerzeugnissen

Das Team: Inhaber und Geschäftsführer bin ich, Dr. Klemens Gaida. Durch meine achtjährige Tätigkeit als Partner der Managementberatung Eutelis Consult (T-Systems International) und meine siebenjährige Tätigkeit als Innovations- & Entwicklungsleiter von Vodafone decke ich das Kompetenz- und Leistungsspektrum von 1stMOVER in allen wichtigen Punkten ab. Unter meiner Leitung wird ein Team erfahrener und hochkarätiger Inkubationsmanager aufgebaut.

Die Unternehmensvision: Mit dem systematischen Aufbau des 1stMOVER-Teams und Projektportfolios wird die Grundlage für ein skalierbares Geschäftsmodell geschaffen, das langfristig ein Vielfaches der 5-Jahres-Ziele erwirtschaftet und 1stMOVER in Deutschland zu einem der Marktführer für die Inkubation von Net Economy-Innovationsprojekten macht.

Hilfe bei der wichtigen Weichenstellung Firmensoftware

Mittwoch, den 13. Mai 2009, von Wido Wirsam

Wie komme ich als Gründer eines jungen Technologie-Start-Ups günstig an Softwarelizenzen von Microsoft-Produkten heran? Bisher war das schwierig. Das neue Förderinstrument BizSpark schafft hier Abhilfe. Wido Wirsam von intuisoft schildert als einer der ersten Teilnehmer, warum er sich um die Aufnahme in das Programm bewarb.

Die Anträge auf Gründungszuschuss sind bewilligt, ein kleines Büro ist angemietet, einige Rechner gekauft und unser kleines Team ist gierig auf Arbeit. Doch nun stellt sich die Frage, welche Software wir im frischen Unternehmen einsetzen und welches Budget wir für die verschiedenen Softwareprodukte einplanen. Die Antwort auf diese Frage ist eine wichtige Weichenstellung für das Unternehmen und eine falsche Strategie kann sich später als fatal und teuer erweisen.
Gerade bei technologieorientierten Gründungen liegt ein besonderes Augenmerk auf der eingesetzten Software. Nicht nur für den operativen Betrieb, sondern vor allem für die Forschung, Produktentwicklung und Tests ist der Zugriff auf viele unterschiedliche Softwareprodukte nötig. Gerne möchte man verschiedene Produkte ausprobieren, die als kommerzielle Vollversionen für ein junges Unternehmen unerschwinglich sind.

Microsoft möchte für junge Unternehmen die Hürde zum Einsatz ihrer professionellen Produkte beseitigen. BizSpark ist ein Programm, um das sich junge Technologie-Start-Ups bewerben können. Die Teilnehmer bekommen flexiblen Zugriff auf eine Vielzahl von Microsoft Office-, Server- und Entwicklungssoftware. Natürlich will Microsoft auf diesem Wege (hoffentlich) zufriedene Kunden von morgen gewinnen. Denn nach Ablauf von drei Jahren müssen die Teilnehmer Softwarelizenzen zu regulären Konditionen erwerben. Trotzdem bietet diese Phase einen attraktiven Spielraum, um zu überprüfen welche Strategie hier die richtige ist. Auch technologisch und inhaltlich werden an das Unternehmen keine besonderen Bedingungen gestellt.
Im Falle von intuisoft ist es von Beginn an klar, dass als Entwicklungswerkzeuge und Serverplattformen zu einem großen Teil Microsoft-Technologien zum Einsatz kommen. D.h. hier steht weniger das Ausprobieren von Technologien im Vordergrund als vielmehr die Möglichkeit, bei der Auswahl von Plattformen und Produkten aus dem Vollen schöpfen zu können. So ist es möglich, unseren Kunden immer Lösungsszenarien anzubieten, die auf den aktuellsten Technologieplattformen aufsetzen. Wir können so neue Entwicklungszweige erschließen, ohne den Zwang „Wenn wir die Lizenz den XYZ-Servers kaufen, müssen wir auch mindestens soundso viele Lösungen darauf verkaufen“.

Ein Unternehmen, das an BizSpark interessiert ist, spricht nicht direkt Microsoft an, sondern wendet sich an einen der sogenannten Netzwerkpartner. Einer dieser Netzwerkpartner in Deutschland ist NUK Neues Unternehmertum Rheinland. Die Rolle von NUK besteht darin, geeignete Unternehmen zu identifizieren und zur Teilnahme an BizSpark vorzuschlagen. NUK kennt die Ausrichtungen der Teilnehmer am Businessplan-Wettbewerb sehr gut und kann so schon frühzeitig auf die beschriebenen Möglichkeiten zur Reduzierung von Kosten für Software hinweisen.
Neben der Software können die Teilnehmer an BizSpark auch von Supportleistungen profitieren und sich innerhalb des Netzwerkes Sichtbarkeit verschaffen und so Partner, Mitarbeiter und ggf. Investoren finden.

Wido Wirsam aus Bonn ist NUK-Alumnus und bietet mit seiner jungen Firma intuisoft Beratung und Umsetzung in den Bereichen SharePoint basierte Teamunterstützung und Mobile (location based) Solutions an.

Design - muss das sein?

Montag, den 4. Mai 2009, von Susanne Coenen und Nicole Slink

Susanne Coenen und Nicole Slink (v.l.) von Lockstoff Design

Das ist eine Frage, auf die jeder Unternehmer früher oder später stößt. Gerade in Zeiten von Finanzkrise und Unternehmensinsolvenzen ist kein Geld für den „schönen Schein“ übrig. Häufig wird das Budget für Werbung an erster Stelle eingespart. Wenn überhaupt ein Budget für Werbeausgaben vorhanden ist.

Doch wie der Name schon sagt: Ein Unternehmer muss etwas unternehmen. Genau solche Unternehmen meistern Krisenzeiten, die Profil zeigen. Das sind Unternehmen, welche sich eindeutig am Markt positionieren und ihre Werte und Leistungen klar und authentisch nach außen kommunizieren.

Dabei geht es nicht darum, schön auszusehen, sondern Stellung zu beziehen. Design ist ein Erfolgsfaktor. Egal in welcher Branche ein Unternehmen tätig ist oder welche Größe es hat: Design ist ein Instrument, um die Grundlage für eine nachhaltige Kommunikation zu schaffen, mit der dann schließlich ein gewünschtes Image am Markt erzeugt wird. An dieser Stelle bietet es sich an, den berühmten Satz von Paul Watzlawick zu zitieren: „Man kann nicht nicht kommunizieren“.

Bei der Existenzgründung ist das eigene visuelle Erscheinungsbild ein Thema, was häufig nachrangig behandelt wird. Dabei steckt genau hier das Potenzial, seinem eigenen Unternehmen ein Gesicht zu verleihen und das von Anfang an.
Durch Design lässt sich eine Marke erschaffen, die das eigene Angebot mit dem richtigen Image transparent am Markt positioniert und verkauft. Natürlich ist dies weder mit einem Word-Clipart-Logo noch mit Eigenkreationen, die zum einen wertvolle Zeit kosten und zum anderen die eigenen Grenzen offenlegen, möglich. Hier sollte man Fachleute ans Werk lassen und diese Investition in das eigene Unternehmen schon zu Beginn einplanen. Designer stehen Existenzgründern bei Fragen zur eigenen Identität und zum Firmenauftritt beratend zur Seite und können hilfreiche Tipps zum Marketing und zur Unternehmenskommunikation geben.

Design muss nicht (nur) schön sein, sondern es muss eine Funktion erfüllen. Letztlich geht es um harte wirtschaftliche Fakten, nämlich darum, mit Design den Erfolg des Unternehmens und damit den Umsatz zu steigern. Und genau aus diesem Grund muss Design sein.

Susanne Coenen und Nicole Slink nahmen 2006 am NUK-Businessplan-Wettbewerbs teil und gründeten in diesem Jahr auch Lockstoff Design . Das Grevenbroicher Büro für Kommunikationsdesign hat sich auf die visuelle Unternehmenskommunikation spezialisiert und wurde u.a. bereits mehrfach bei dem internationalen Designwettbewerb red dot award ausgezeichnet.

Steve Ballmer live und in Farbe

Montag, den 27. April 2009, von Gerald Schoenbucher

Gerald Schönbucher, Gründer und Geschäftsführer der Hitflip Media Trading GmbH und NUK-Alumni-Clubber, berichtet vom hochkarätig besetzten Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe des NRW-Innovationsministeriums, zu der NUK Neues Unternehmertum Rheinland als Partner von Microsoft BizSpark miteinladen durfte:

„Innovation live – mit Steve Ballmer“ – als ich den Titel der E-Mail, die über den NUK-Verteiler kam, las, dachte ich zunächst, eine Videokonferenz steht an. Weit gefehlt. Steve Ballmer, CEO von Microsoft, war am Freitag zu einem Vortrag an der FH Köln – live und in Farbe. Zu Köln hat Ballmer eine besondere Beziehung: Er war, wie er erzählte, schon als Kind hier. Achim Berg, der aktuelle Microsoft Deutschland Chef, ist FH Köln-Alumni. Und auch mit dem noch amtierenden Kölner OB Schramma scheint er sich gut zu verstehen, zumindest scherzte er immer mit ihm.

Ich hatte schon vielfach gehört, dass Steve einer der begnadetsten Speaker weltweit ist. Unvergesslich wohl das YouTube-Video „Steve Ballmer going crazy“. Der Termin war also Pflicht. Nach den üblichen eher langatmig abgelesenen Begrüßungsworten vorab kam Steve auf die Bühne. Er hat eine unglaubliche Präsenz, baut zum Publikum umgehend eine Beziehung auf und versteht es völlig frei, humorvoll und selbstironisch durch seinen Vortrag zu gehen.
Inhaltlich darf man von solchen 20 Minuten-Vorträgen natürlich nicht viel erwarten. Es ging um das Potenzial von technologischen, softwaregetriebenen Innovationen in allen Lebensbereichen. Viele Felder, wie etwa der gesamte medizinische Bereich, sind da noch vergleichsweise Softwareneuland und bieten zahlreiche Chancen. Darauf wollte Steve die Blicke richten.

Was nahmen wir für Hitmeister aus Steves Präsentation mit? Alternative zu eBay zu sein ist schön und gut, aber das reicht nicht. Wir entwickeln unseren Marktplatz fortwährend weiter. Meist sind das kleine Prozessinnovationen, die aber in ihrer Summe den Wert für unsere Kunden (Käufer und Verkäufer) deutlich steigern können. Man muss schnell sein und darf niemals damit aufhören besser zu werden. Sonst ergeht es einem wie Microsoft mit dem Internet Explorer. Als Steve das Publikum fragte, wer den Explorer einsetzt, gingen nur ein paar Hände nach oben.

Danke, NUK, für die Einladung zu einer klasse Veranstaltung!

Optimieren bis der Arzt kommt

Donnerstag, den 4. Dezember 2008, von Rene Kuehn

Die ersten Coaching-Abende im 12. NUK-Businessplan-Wettbewerb hatten mit rund 250 Teilnehmern regen Zulauf. Hier erzählt Unternehmeraspirant René Kühn von seinen Erfahrungen bei unseren kostenlosen Beratungsveranstaltungen für Existenzgründer:

Mit dem festen Entschluss sich in seinem eigenen Unternehmen zu verwirklichen, steht auf einmal ein fulminanter Fragenkatalog vor der Hinterstübchentür. Angefangen bei möglichen Mitgründern, Finanzeinsatz oder repräsentativen Büroräumen bis hin zu den nervenraubenden Ängsten um die eigene Existenz, nimmt die Flut der Fragezeichen von nun an kein Ende. Bei den Recherchen der ersten Schritte zum Weltkonzern hilft natürlich das schnellste und größte Informationsmedium Internet. Die Suchmaschine wirft bei dem Keyword „Existenzgründung“ über 4,4 Mio. Ergebnisse aus! Egal, auf welcher Existenzgründer-Webseite man nun landet, nach spätestens zwei Klicks taucht das Wort auf, das von nun an ein ständiger Begleiter des zukünftigen Großverdieners wird: BUSINESSPLAN.

Kein Problem, dachte ich - schließlich bin ich Diplom-Kaufmann und quasi schon von Kindesbeinen an Self-Made-Mann. Flugs einige Vorlagen für Businesspläne aus dem Web geladen und binnen zwei Wochen stand mein komplettes Konzept – ohne dass ich mit nur einem anderen Menschen darüber gesprochen hatte… Noch einige organisatorische Dinge und mein Plan wird endlich Realität. Dachte ich.

Durch das Online-Netzwerk Xing stieß ich dann zufällig auf den NUK-Businessplan-Wettbewerb. Nachdem mich anfangs nur das schnelle Geld durch den Gewinn der Trophäe interessierte, bemerkte ich beiläufig, dass um diesen Wettbewerb herum weitere – kostenlose – Leistungen angeboten werden. Ins Auge fiel mir dabei die Veranstaltungsreihe „NUK-Coaching“ im Kolping-Haus in Köln. Anfang November nahm ich mir also die Zeit und wohnte dem ersten Coaching bei, ohne genau zu wissen, was mich konkret erwartete. Ein Vortrag über den „Sinn und Zweck“ von Businessplänen (Essenz: Alle Planungen sind rund um den Kundennutzen durchzuführen) eröffnete den Abend. Anschließend wurden individuelle Gespräche mit Experten aus der freien Wirtschaft versprochen – und tatsächlich auch jedem der fast 150 Teilnehmer angeboten!

So führte ich direkte Gespräche mit einem Steuerberater, einem Patentanwalt, Kapitalgebern und Unternehmensberatern. Keine Theoretiker, sondern tatsächliche Fachleute ihrer Zunft. Neben vielen lobenden Worten zu meiner Geschäftsidee erhielt ich von den Experten wichtige Hinweise auf Lücken bzw. fundierte Ratschläge, welche Eventualitäten im Businessplan noch zu ergänzen seien. Durch einen besonders guten Tipp eines NUK-Beraters kann ich bspw. noch in diesem Jahr eine ordentliche Summe an Steuern sparen. Ein weiterer Hinweis aus der Abteilung Jura bzgl. der Recherche nach Markenrechten brachte mir einen neuen Slogan für mein geplantes Internetportal: Eine ursprünglich vorgesehene Wortkombination war bereits beim Patentamt angemeldet und die Verwendung hätte durchaus zu Komplikationen mit dem Rechteinhaber führen können. Zwei Stunden und fünf DIN A5-Notizseiten später war ich nicht länger der Ansicht bereits ein perfektes Konzept in der Tasche zu haben. Seit diesem Coaching nutze ich die verfügbare Zeit die Kritik der NUK-Berater in meinem Businessplan zu berücksichtigen. Teilweise löschte ich sogar komplette Gliederungspunkte und optimierte bis der Arzt kam. Jetzt freue ich mich schon auf das Feedback zu den Änderungen beim nächsten NUK-Coaching!

Hervorheben möchte ich auch noch den Austausch unter Gleichgesinnten bei diesen Meetings. Ich konnte schon einige Jahre berufliche Erfahrungen sammeln, kam dabei viel rum und lernte tausende von interessanten Menschen kennen. Mein daraus resultierendes Netzwerk möchte ich als ausgewogen, über alle Branchen und Positionen verteilt beschreiben. Aber: Als Existenzgründer findet man nur selten Menschen in seinem Umkreis, die zeitgleich das Vorhaben “Unternehmertum” umsetzen. Bereits bei dem ersten NUK-Treffen führte ich zwischen den individuellen „Coachings“ mit den Beratern zahlreiche Gespräche mit anderen Gründern. Auch wenn die Branchen unterschiedlicher nicht sein konnten (Online meets stationären Baustoffhandel), empfand ich es als angenehm, sich einfach mal über die zukünftigen Herausforderungen auszutauschen.

Fazit: Wenn man glaubt, bereits bestens für die Existenzgründung ausgestattet zu sein und keine hohen Hürden für den Start meistern zu müssen, bleibt man am besten generell dem Unternehmertum fern. Ein Unternehmen zu führen heißt sich kontinuierlich weiter zu entwickeln und Hilfe anzunehmen, egal von wem. Bei NUK bringt wirklich jedes Gespräch etwas – auch wenn man einem Unbekannten einfach nur kurz seine Geschäftsidee skizziert, um zu prüfen, ob man auch außerhalb seiner Welt die Dinge verständlich vermittelt. Mich jedenfalls trifft man dort jetzt jeden zweiten Donnerstag!

Existenzgründer aller Welt – vereinigt Euch (beim NUK-Coaching)!

Der Kölner René Kühn, 34, studierte BWL mit Schwerpunkt Marketing und ist nun schon einige Jahre in der Internetbranche zuhause. Anfang Januar wird er sich mit dem Online-Unternehmen NETgemacht Media selbstständig machen entwickelt auf dieser Basis den Content-Marktplatz Contilla.

Die Termine der nächsten NUK-Coachingabende finden Sie hier.

Flaschen-Post von den saftigsten NUK-Alumni

Montag, den 17. November 2008, von Sandra Mennig

Der NUK-Businessplan-Wettbewerb 2009 ist erfolgreich angelaufen, da haben wir wieder Zeit, um mal nach unseren Alumni zu sehen. In loser Folge stellen wir hier gerne auch besonders charmante und einfallsreiche Marketingmaßnahmen von NUK-Gründern vor - best practice business also. Den Auftakt macht Nadine Scherf, Pressesprecherin der true fruits GmbH aus Bonn, 2. Sieger des Wettbewerbs 2006. Bitteschön:

Als true fruits vor rund zwei Jahren Smoothies auf dem deutschen Markt einführte, musste noch viel Aufklärung betrieben werden. Mittlerweile sind die pürierten Früchte allgemein bekannt und viele große Unternehmen sind auf den lukrativen Smoothie-Zug aufgesprungen.

Dass es true fruits überhaupt gelungen ist als erste Firma Smoothies in Deutschland einzuführen, verdanken wir nicht nur der FH Bonn/Rhein-Sieg, die unseren Gründern Inga Koster, Marco Knauf und Nicolas Lecloux ein interdisziplinäres Forschungsprojekt ermöglichte, sondern vor allem auch der Teilnahme am Businessplan-Wettbewerb von NUK. Der Smoothie-Businessplan konnte damals in allen drei Stufen Hauptpreise abräumen - derart ermutigt ging die Firma true fruits Ende 2006 mit zwei Investoren an den Start.
Mittlerweile ist die Nachfrage nach den Smoothies so hoch, dass wir eine neue, noch größere Flasche auf den Markt bringen: den true fruits triple. Dieser große Bruder der kleinen true fruits-Flaschen enthält mit 750 ml die dreifache Ladung Smoothie-Genuss.

Für ihre neuen King-Size-Smoothies ließen sich die NUK-Alumni true fruits eine clevere Marketing-Idee einfallen

Für ihre neuen King-Size-Smoothies ließen sich die NUK-Alumni true fruits eine clevere Marketing-Idee einfallen

Parallel dazu starten wir eine Aktion, die Spaß machen soll und die Smoothie-Fans ganz persönlich anspricht: Wer die true fruits-Flaschen kennt, weiß, dass auf den kleinen 250ml-Flaschen die jeweilige Smoothiesorte mit einem kurzen Text umschrieben wird. Beim neuen triple überlassen wir dieses Textfeld nun dem Rest der Republik. All diejenigen, die schon immer ihr schriftstellerisches Können unter Beweis stellen wollten, haben nun die Chance sich mit einer eigenen Message auf der extravaganten true fruits triple-Flasche zu verewigen und sich ein eigenes kleines Denkmal zu setzen, denn die Flaschen mit den Gewinnertexten gehen anschließend bundesweit in den Handel. Wer mitmachen will, stellt seinen Text auf dem Blog tripletext.truefruits.com ein. Die User voten und bewerten die eingestellten Texte. Die beiden Texte mit den meisten Stimmen werden auf die triple-Flaschen gedruckt. Die Namen der Gewinner kommen natürlich auch auf die Flasche – soll ja jeder wissen, wer das Rennen gemacht hat. Außerdem gibt es noch prall gefüllte Smoothie-Pakete zu gewinnen.

Also, Bleistifte gespitzt und los geht die Schreiberei!

Für findige Bonner gab es übrigens noch eine besondere Aktion im Rahmen der “Message on a bottle”-Kampagne. Weitere Neuigkeiten von den true fruits sind hier nachzulesen.

Ein oft schmerzhafter Evolutionsprozess

Freitag, den 5. September 2008, von Alexander Johne

Wie das nun en detail so war mit der Komposition unseres Geschäftsplans von Diggi.Door und der Teilnahme am letzten NUK-Businessplan-Wettbewerb? Klar erzähle ich gerne davon…

Team Diggi.Door: Daniel Schwarz, Guido Doublet, Alexander Johne (v.l.)

Im Herbst 2007 war es soweit: Wir hatten uns über das Online-Formular auf neuesunternehmertum.de für den 11. NUK-Businessplan-Wettbewerb registriert. Nun gab es kein Zurück mehr, der Evolutionsprozess des Geschäftsplans von Diggi.Door war damit automatisch auf sechs Monate begrenzt. Vergleichsweise wenig Zeit, um aus einer gekritzelten Ideenskizze im Moleskine-Büchlein ein atemberaubendes Businessplan-Gemälde mit ausgewogener inhaltlicher und struktureller Komposition zu entwickeln. Schließlich betrug die künstlerische Entwicklung von den ersten Höhlenzeichnungen bis zum diamantbesetzten Platin-Totenschädel von Damien Hirst 40.000 Jahre…

Doch keine Angst, NUK nimmt seine Meisterschüler fest an die Hand: So, wie ein erfahrener Maler einzelne Farbschichten auf die Leinwand aufträgt und Schritt für Schritt Details herausarbeitet, funktionierte auch das bewährte dreistufige NUK-Verfahren.
Um am Ende einen Geschäftsplan abzuliefern, der Berater wie Investoren auf den ersten Blick (Stichwort Executive Summary) entzückt, ist es aus unserem jetzigen Kenntnisstand heraus existenziell wichtig, jede der drei Feuertaufen zu durchlaufen. Durch die ständige Reflektion mit Businessprofis, Geldgebern und den NUK-Beratern bei den regelmäßigen Coaching-Abenden wandelt sich das Gesicht des Planes ständig und wird immer vollkommener – auch dank der schriftlichen Experten-Gutachten, die man für jede eingereichte Konzeptfassung bekommt..

Das strenge Abgabe-Korsett und der hochverdichtete Evolutionszyklus schnürten uns zwar hier und da die Luft ab, presste aber auch die allzu prallen Formen der eigenen Idee vorteilhaft ins Rampenlicht. Zwar verursachte es oft Schmerzen, mühevoll erstellte Kapitel von der einen zur anderen Version wieder auszuradieren, aber ohne Fehler keine Entwicklung.

Von „Zielgruppen“ wussten wir im Vorfeld dieses Wettbewerbs nichts. Ebenso wenig, dass eine gute Liquidität zwar nicht ausreicht, um eine feine Rendite zu erzielen, dafür aber einer der notwendigen Erfolgsfaktoren zum Aufbau des Geschäfts ist. Auch waren wir ahnungslos, wie man Innovation bereits in der Unternehmenskultur verankert, oder dass Investoren momentan Web 2.0-Projekte, wenn überhaupt, nur noch mit Gummi-Handschuhen anfassen, um sich nicht wieder zu infizieren.

Jede der NUK-Veranstaltungen im Wettbewerb verbesserte unsere Pinselführung und erweiterte unseren kaufmännischen Horizont – fast schon unheimlich: Neben den grundlegenden handwerklichen Kenntnissen in den Bereichen Markt-/Konkurrenzanalyse, Marketing, Wahl der Rechtsform und Finanzplanung hielten viele Veranstaltungen bewusstseinserweiternde Hinweise bereit, die einmal geschluckt, perfekt wie ein fehlendes Puzzleteil erschienen: Ohne das Marketing-Forum in Stufe 2 mit dem fabelhaften Vortrag von Ralf Zilligen, BBDO, wären wir z.B. nie auf die Idee gekommen, erst über limitierte, gedruckte Auflagen ein individuelles, exklusives Produkt zu schaffen und damit unser eigentliches Erlösmodell zu kreieren – ursprünglich hatten wir nämlich geplant, bereits auf digitaler Basis den Umsatzschwerpunkt zu setzen.

Die Sonderveranstaltung „Web 2.0 - Blase oder Big Business“ im Juni 2008 dagegen lehrte, dass viele Netzwerke zwar eine ansehnliche Reichweite mit treuen Nutzern erreicht haben, aber wegen strategischer Anfangsfehler kein Kapital daraus schlagen können: kostenlos gestartet, Werbung eingeführt, Nutzer verärgert. Spätestens danach war klar, dass wir von Beginn die gebührenpflichtige „Freemium“-Strategie dem werbefinanzierten Modell vorziehen.

So kam ein Strich zum anderen, bis am Ende ein stimmungsvolles Gemälde entstand, das in allen Bereichen überzeugt. Leider hat es nicht bis auf das oberste Treppchen gereicht. Aber Kunst liegt immer im Auge des Betrachters. Und immerhin waren wir am Ende unter den besten zehn Teams, und in den ersten beiden Stufen jeweils unter den Förderpreisträgern!
Wir konnten im Wettbewerb unseren Blick für so manches Detail schärfen. Dafür dem NUK-Team und den vielen ehrenamtlichen Beratern und Gutachtern unseren herzlichsten Dank.

Und selbst die persönliche Entwicklung kam nicht zu kurz – denn einen Businessplan schreiben und bei den NUK-Prämierungsveranstaltungen auf der Bühne davon erzählen sind zwei verschiedene Dinge: Innerhalb von drei Minuten erwartet das Publikum bei diesen so genannten Elevator Pitches einen hochverdichteten Trailer, am besten mit zwei Plot-Punkten, einer unvorhergesehenen Wendung im Marketing-Chart und einer treffenden Pointe am Schluss. Daher spendiert NUK allen Nominees ein persönliches Schauspiel-Coaching in Form eines Präsentationsseminars. Also, normal ist das nicht für einen Businessplan-Wettbewerb!

…übrigens: Unser Portal Diggi.Door wird bald exklusiv interaktive Animationen von Erik Natzke in High Definition bieten - einzelne Werke sind dann auch analog als limitierte Print-Edition erhältlich:

Kunstwerk von Erik Natzke exklusiv bei Diggi.Door

Mit vereinten Kräften zu besseren Marktchancen

Freitag, den 25. Juli 2008, von Dr. Ralf Franke

Patentantwalt Dr. Ralf Franke über sein ehrenamtliches Engagement als einer von weit über 200 Gutachtern und Coaches für den NUK-Businessplan-Wettbewerb

Dr. Ralf Franke

Während des Wettbewerbs haben die Existenzgründer die Möglichkeit den Beratern aller Fachrichtungen Fragen zu stellen, und das in einer unbeschwerten Atmosphäre und ohne Angst viel Geld für die Beratung zahlen zu müssen, da das Coaching bei den Meetings kostenlos ist. Aufgrund der Vielzahl der anwesenden Berater kommen in der Regel alle Existenzgründer mit ihren Fragen zum Zug und sie werden garantiert fachlich exakt und gut beraten.
Wir nehmen uns viel Zeit die Geschäftsidee, die Vermarktungsstrategie, das Finanzierungskonzept sowie alle geplanten Maßnahmen zum Markteintritt kritisch zu hinterfragen. Gemeinsam mit den Existenzgründern gehen wir dann offene Fragen in allen Unternehmensbereichen an und raten das Gründungskonzept an jenen Stellen anzupassen, die notwendigerweise modifiziert werden müssen. Der besondere Vorteil für die Gründer liegt natürlich darin, Meinungen und Anregungen vieler Coaches aus unterschiedlichen Arbeitsgebieten einzuholen, die ausnahmslos jahrelange Praxiserfahrung aufweisen und vielfältigste Projekte erfolgreich realisiert haben.
Alle Coaches begleiten im Laufe des NUK-Businessplan-Wettbewerbs die Gründer durch alle Stufen der Erstellung ihres Konzeptes. Angefangen bei Geschäftsidee und Strategie über das Marketing bis hin zur Finanzplanung. Kein Plan ist wie der andere, kein Gründerteam letztendlich vergleichbar. Es handelt sich immer um eine individuelle Idee eines individuellen Teams. Das ist es übrigens auch, was es für uns Coaches so interessant macht. Besonders die Teams, deren Ideen problembehaftet sind, sind die interessantesten: Hier können wir als Berater mit vereinten Kräften die Idee des Teams in eine Richtung bringen, die mehr Chancen ermöglicht. Mit den Gutachten erhalten die Existenzgründer ein weiteres, meist noch detaillierteres Feedback zum Stand ihres Businessplanes, denn für die Gutachten liegen uns die Businesspläne der Teams schriftlich vor und wir arbeiten jedes Kapitel detailliert durch. So können Schwachstellen im Gesamtkonzept eindeutig lokalisiert und hierauf abgestimmte Vorschläge und Maßnahmen abgeleitet werden. Unsere Gutachten fallen natürlich so unterschiedlich aus wie die vorgelegten Businesspläne. Die Bandbreite ist immer wieder erstaunlich, Umfang und Qualität variieren durchaus beträchtlich wie auch die Benotung sowie die Ratschläge oder Verbesserungsvorschläge.

Bei allem Engagement gehen wir mit einer natürlicheren Distanz an die Sache heran als es die Teams vermögen. Alle Coaches sind sehr kritisch und stellen jede Idee auf den Prüfstand. Eine Berufskrankheit! lm Gespräch ergibt es sich oft, dass wir gute Ideen erst einmal in praktikable Konzepte übersetzen und geplante Umsätze deutlich geringer auslegen. Denn der Markterfolg in der Anfangsphase wird in vielen Fällen zu optimistisch angesetzt, interne organisatorische Probleme gar nicht gesehen und die Finanzierungsphase als kritischer Zeitfaktor vernachlässigt.
Falsche Entwicklungen lassen sich so im Vorfeld erkennen, strategische Anpassungen können vorgenommen werden, bevor teuer initiierte Maßnahmen in falschen Kanälen vertrocknen. Und nicht selten sind wir auch im Teambildungsprozess gefragt. Und über unsere eigenen Erfahrungen hinaus bietet uns das NUK-Team sowie das weit gefasste Netzwerk jede Möglichkeit, immer noch eine weitere Meinung einzuholen und den Gründern alternative Wege zu öffnen.

Seit sieben Jahren bin ich nun pro bono als NUK-Coach und -Gutachter tätig. In den letzten vier Jahren ist mir aufgefallen, dass eine prozentual größere Gruppe von Existenzgründern schon vorbereitet die Arbeit am Businessplan antritt. Der Weg in die Selbstständigkeit wird geplanter und strukturierter angegangen mit Zielen, die sich an die Realität halten und keine Luftschlösser sind. Das gilt nicht nur für die Preisträger der letzten Jahre, sondern für alle Existenzgründer, die bis zum Ende der dritten Stufe durchhalten.

Auch im 12. Businessplan-Wettbewerb von Neues Unternehmertum Rheinland e.V., der im November startet, werde ich wieder einer der NUK-Wissenskapitalgeber sein. Interessierte Existenzgründer können sich übrigens schon jetzt unverbindlich hier registrieren. Ich bin schon gespannt auf Sie und Ihre Geschäftsidee!